Phytotherapie – Die Pflanzenheilkunde

 

In der Phytotherpie wird die Pflanze im Ganzen verwendet

 

In der Phytotherapie finden folgende Pflanzenteile Verwendung: Blatt, Blüte, die ganze oberirdische Pflanze, Holz, Hülse, Frucht, Knospen, Rinde, Samen, Stängel, Wurzel, Wurzelstock, Zweigspitzen und Zwiebeln.

 

Selbstbehandlung in der Phytotherapie

Phytotherapie wird oft zur Selbstbehandlung herangezogen. Am häufigsten werden Tees verwendet. Damit die Kräuter-Tees ihre volle Wirkkraft entfalten können, ist die richtige Ernte, Lagerung, Zubereitung und Anwendung von entscheidender Bedeutung:

Tees für die innere Anwendung

Kräutertees sollten morgens nüchtern und am Abend vor dem Schlafengehen getrunken werden, zwischendurch eventuell ein bis zwei Stunden nach dem Mittagessen.

Die Wirkstoffe können aus dem leeren Magen besser durch die Schleimhäute aufgenommen werden. Als Dosierung werden meist 1 bis 2 Teelöffel pro Tasse empfohlen, bei Kindern unter 6 Jahren die Hälfte. Hustentees können mit Honig gesüsst werden, die meisten anderen Tees – etwa für den Magen-Darmtrakt – sollten ungesüsst getrunken werden.

Kräutertee wird am besten schluckweise und in Ruhe eingenommen. Der regelmässige Genuss immer desselben Kräutertees etwa als Frühstückstee ist deshalb nicht zu empfehlen.

Fachleute geben oft einzeln zu verwendenden Kräutern den Vorzug gegenüber Teemischungen. Die jeweiligen Zutaten von fertig erhältlichen Mischungen würden manchmal sehr unterschiedliche Zubereitungsarten für den Tee erfordern.

Aufgüsse in der Phytotherapie

Zarte Pflanzenteile wie Blüten, Blätter und Samen (etwa Kamillenblüten) sowie manche Wurzeln, die ätherische Öleenthalten, werden am besten mit kochendem Wasser übergossen, fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Damit ätherische Öle nicht verdampfen, empfiehlt es sich, den Tee zuzudecken.

Teebeutel in heisses Wasser zu hängen, ergibt eine andere Wirkstofflösung, als sie mit dem Wasser zu übergiessen. Malvenblüten zum Beispiel müssen mit lauwarmem Wasser übergossen werden und mindestens eine Stunde lang ziehen, damit sie ihre Inhaltsstoffe freisetzen.

Kochen von Kräutern in der Phytotherpie

Manche Kräuter und Wurzeln (zum Beispiel Eibischwurzel) müssen mit kaltem Wasser übergossen und anschliessend aufgekocht werden.

Abkochung

Manche Kräuter und die meisten Wurzeln, Rinden und Hölzer – vor allem mit Gerbstoffen und Kieselsäure – sollten etwa 10 bis 15 Minuten lang gekocht und danach abgeseiht werden. Aus harten Pflanzenteilen sind die Wirkstoffe schwerer herauszulösen.